Ausstattung Erdgeschoss

Der südlich anschließende Korridorteil mit dreijochigem Kreuzgratgewölbe gehört noch zum Bau der 2. Hälfte des 16.Jh., während der flach gedeckte Südkorridor (ehemals Außenfenster) in den Jahren 1746/49 erbaut wurde.

Zugunsten des Treppenhauses wurden ebenfalls 1746/49 die Räume hinter den darauf folgenden vier Fensterachsen völlig verändert.

     

  Im Ostteil befindet sich ein fast quadratischer Raum mit einladendem Kamin und einem aufwendig saniertem Kreuzrippengewölbe von zwei zu zwei Jochen auf einem runden Mittelpfeiler.
     

  Am Westende liegt die ehemalige Kapelle, die von drei Seiten von Korridoren umgeben ist und durch zwei ausgeschmückte Stichbogenfenster beleuchtet wird.
     

  Die Stufen der dreiläufigen Haupttreppe vom Erdgeschoss zum 1. Obergeschoss sind mit massiven Trittstufenbelägen aus Solnhofner Material belegt. Die Balustrade aus gedrehten hölzernen Balustern und mit massivem profiliertem Handlauf entstand wohl Anfang 19. Jahrhundert.
     

 

 

1. Obergeschoss

Hier sind alle Räume mit einer verputzten Flachdecke ausgestattet. Nach beiden Seiten gehen über den Mittelkorridor diverse Salons und Zimmer ab.   

     

  Das „Empfangszimmer“ ist bis zur Decke mit Stuckmarmor vertäfelt, der ursprünglich grau marmoriert war, und heute weiß ist. Nur die Fenster- und Türnischen sind mit Holz verkleidet. Hier befindet sich ein Kachelofen, Anfang 19. Jh. mit gerippten weißen Kacheln.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Wandmalereien in dem „Blauen Salon“ und dem „Spiegelsalon“.
     

 

Wandmalereien Blauer Salon

Die Ausmalung des „Blauen Salons“ gehört als bedeutendes Beispiel zu den wenigen erhaltenen Raumdekorationen im „pompejanischen“ Stil mit klassizistischer Prägung.

Die Wände werden durch purpurfarbene Vertikalstreifen mit weißen Spiralranken in Rechteckfelder geteilt; diese Felder sind mit Krebs und zwei Satyrmasken bemalt. In den Feldmitten befinden sich sehr dekorative Ovalmedaillons.

     


 

Wandmalereien Spiegelzimmer

Im nordöstlichen Eckzimmer befindet sich das Spiegelzimmer. Unter der Decke ist ein stilisierter Palmettenfries auf Purpurgrund angebracht. Die rechteckigen Wandfelder sind von blauen, bandförmigen Leisten gerahmt und mit Grotesken (Köpfe und Pegasoi) gefüllt.

Auf den gelblichen Wandfeldern befinden sich kleine Rechteckspiegel und darüber eine entsprechende Reihe mit Rundspiegeln. Dekorativ sind die darüber länglich gemalten Rauten mit Enten und Delphinen. Am unteren Rand sind bemalte Rundmedaillons mit Bacchussymbolen.

     



 

Fußböden

In der Mehrzahl der mit ihren originalen Raumschalen erhaltenen Räume, vor allem des 1. Obergeschosses befinden sich noch die originalen, restaurierten und ergänzten Fußböden, bestehend aus eichenen Friesen und meist quadratischen Feldern aus Weichholzdielen.

Ein besonders aufwendig ausgeführter originaler Fußboden ist der des sog. „Blauen Salons“ mit Hartholzfriesen und Feldern mit kreuzförmiger Mittelteilung an deren Enden sich kleine geometrische Intarsien befinden, vorzüglich restauriert. Ähnliches gilt für den reich gegliederten Fußboden des Spiegelkabinetts.

In zahlreichen anderen Räumen, vor allem des 1. Obergeschosses und im Dachgeschoss sind neue, in Schnitt und materieller Ausführung den Originalfußböden des Hauses entsprechende Böden verlegt. Sämtliche Flure und Dielen des Neuen Schlosses sind - zum Teil unter Verwendung von originalen Solnhofner Platten, ansonsten und überwiegend mit neuen Solnhofner Platten im Format von ca. 40/40 cm mit von Hand nachgearbeiteten Kanten belegt.

Gleiches gilt auch für die Böden der Bäder, Gästetoiletten und Küchen.

     
     


 

Fenster, Türen, Einbauschränke

Sämtliche Fenster der Vollgeschosse wurden beim Neuausbau des Schlosses durchweg als vierflügelige Verbundfenster mit Kämpfer und Sprossenteilung, Messingbeschlägen und Naturstein- bzw. Naturholzfensterbrettern erneuert.

Die vielfach vorhandenen, zur Paneelierung der historischen Raumschalen gehörigen Innenläden wurden festgesetzt. Im Esszimmer auf der SO-Seite des Obergeschosses befindet sich eine vierflügelige verglaste moderne Verbundtür zum Balkon hin. Scheibenteilung sind analog der Fenster.

Alle Fenster der Dachgauben wurden ebenfalls, aber einflügelig mit entsprechender Sprossenteilung erneuert.
Bei den Türen der Hauseingänge handelt es sich um sehr aufwendig gearbeitete zweiflügelige Eichentüren mit einem Stockrahmen und Oberlichteren. Die Türflügel sind im unteren Bereich parkettiert, und die Oberlichter mit fein geätzten, farbigen Verglasungen versehen. Alle Hauseingänge befinden sich nach vollständiger Aufarbeitung in einem neuwertigen Zustand. Sie sind ebenfalls mit Sicherheitsschlössern versehen.

Bei den Türen im Inneren des Gebäudes handelt es sich insbesondere im 1. Obergeschoss überwiegend um die originalen Zweifüllungstüren mit Futtern und profilierten Bekleidungen um 1810. Die teilweise noch mit dem originalen Beschlag - Messing-Kastenschlössern -versehenen Türen sind durchweg einschließlich des Beschlags vollständig restauriert und aufgearbeitet. Alle weiteren Türen - insbesondere zu den Toiletten, Bädern usw., im Alexanderbau und im Dachgeschoss wurden im Schnitt und Profilierung weitgehend deckungsgleich mit den noch vorhandenen historischen Türen, jedoch mit neuem Beschlag aus Messing erneuert. Im gesamten Gebäude und insbesondere im Dachgeschoss befinden sich großzügig bemessene neue Einbauschränke mit Zweifüllungstüren aus dem frühen 19. Jahrhundert. Weiter begehbare Kleiderschränke in den Dachschrägen.



     Original Beschlag -
     Messing-Kastenschloss